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Finanzierung12.02.20265 Min. Lesezeit

Haushaltsrechnung für die Bank: So rechnen Banker wirklich

Banken bewerten dein Einkommen anders als du denkst. Was zählt, was nicht – und wie du deine Chancen maximierst.

Wie Banken dein Einkommen bewerten

Banken nehmen nicht einfach dein Brutto oder Netto. Sie berechnen das bankfähige Nettoeinkommen – oft konservativer als du denkst:

  • Gehalt (Angestellt): 100% des Nettos (13./14. Gehalt nur anteilig)
  • Selbständige: Ø der letzten 3 Jahre, oft mit 20% Abschlag
  • Mieteinnahmen: Nur 60-75% werden angerechnet (Leerstand-Risiko)
  • Kindergeld: 100% (aber nur solange Anspruch besteht)
  • Boni/Provisionen: Nur 50-70% (Schwankungsrisiko)
  • Elterngeld: Wird nicht dauerhaft angerechnet (befristet)

Die Pauschalen der Bank

Banken rechnen mit Pauschalen für Lebenshaltung, nicht mit deinen echten Kosten:

PositionPauschale
1. Erwachsener750–850 €
2. Erwachsener (Partner)250–350 €
Je Kind200–250 €
PKW-Pauschale150–250 €
Sparrate (Puffer)100–200 €

Häufiger Denkfehler

Viele denken: "Ich habe nur 1.200 € Fixkosten, also kann ich eine hohe Rate." Die Bank rechnet aber mit ihrer eigenen Pauschale – die ist meist höher als deine echten Kosten. Dein tatsächlicher Spielraum wird nicht berücksichtigt!

Die Formel: Frei verfügbares Einkommen

Bankfähiges Nettoeinkommen − Lebenshaltungspauschale − bestehende Kreditraten − Unterhaltspflichten = frei verfügbar für neue Rate

Davon nehmen die meisten Banken maximal 35-40% als Kreditrate. Einige Institute sind mit 45% großzügiger – das erhöht aber dein Risiko.

So bereitest du dich optimal vor

  1. Konsumkredite vorher tilgen – Jeder laufende Kredit reduziert dein freies Einkommen 1:1
  2. Leasingverträge beachten – Werden wie Kredite behandelt
  3. 3 letzte Gehaltsabrechnungen und den letzten Steuerbescheid bereithalten
  4. Selbstauskunft vorbereiten – Eine professionelle Aufstellung macht Eindruck

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